GrandMa Virtual 2Port Node

Hinweis: Die Info in dem Post ist über 10 Jahre alt. Ich weiß nicht mal, ob es die Software noch gibt, um die es sich hier dreht.

Das hier ist der Virtual 2Port Node. Das Programm emuliert einen 2Port Node (Version 1) der Firma MA-Lighting. Genauer gesagt: Den Teil, der für das Lizenzmanagement zuständig ist.

Das Prinzip ist relativ simpel und denen bekannt, die damit arbeiten: Die Firma MA Lighting stellt ziemlich derbe Lichtpulte her. Diese Pulte kosten aus gutem Grund gerne mal soviel wie eine Mittelklasse-Limousine. Oder noch ein bisschen mehr. Oder -noch- ein bisschen mehr. Letztlich sind das Computer mit einer optimierten Eingabemöglichkeit (Fader, Buttons, etc), verpackt in ein Gehäuse, dass den verschärften Anforderungen an die Veranstaltungstechnik angepasst wurde. Darauf läuft eine Software, die natürlich das Kernstück der ganzen Geschichte darstellt.

Die Software gibt es in der PC-Variante auch kostenlos. Einzig: Sie gibt keine Steuersignale (DMX) aus. Zur Freischaltung dieser Funktion benötigt man originale Hardware von MA in Form eines speziellen Gerätes, das per Ethernet ans System gekoppelt wird. Das ist eben der “2Port Node”. Oder man hat eben das Ding hier in virtueller Form. Deshalb der Name. Man kann sich leicht ausmalen, dass so ein Programm Begehrlichkeiten weckt. Irgendwem hatte ich nach einer Veranstaltung mal beim Bier erzählt, dass ich das ans laufen bekommen habe. danach hieß es ständig: “Du hast doch den Hack – Kannst’e mir den geben? Ist doch kein Problem….”

Doch. Es ist naTÜRlich ein Problem. Weil die kommerzielle Nutzung davon gegen so ziemlich alles verstößt, was man sich ausdenken kann. Vorneweg den gesunden Menschenverstand. Ich gebe das Teil nicht heraus. Selbst die Version in meinem ‘Giftschrank’ hat einen Kopierschutz, damit es nicht versehentlich als dezentrale Sicherheitskopie irgendwo landet.

Der “Virtual 2Port Node” muss für jeden Rechner einzeln freigeschaltet werden. Und ab Windows XP läuft er sowieso erst, wenn noch zusätzliche Komponenten im Betriebssystem registriert werden (man merkt spätestens jetzt, WIE alt die Info in diesem Post wirklich ist). Man muss also aktiv etwas dafür tun. Wenn Ihr die Software nutzt, könnt Ihr Euch jedenfalls nicht damit rausreden, dass das ganzganz zufällig darauf gekommen ist.

Das Tool zur Freischaltung besitze nur ich.

So sieht die Oberfläche der GrandMa onPC (Version 1) aus, wenn man keinen 2Port Node besitzt: die Liste mit verfügbaren 2Port Nodes ist leer:

Hier ist die Software aktiv. Die Eckdaten des emulierten 2Port Nodes kann man in der Software einstellen: Name, IP-Adresse, etc. Der Eintrag in der Liste mit verfügbaren 2Port Nodes bei der GrandMa onPC ist dann entsprechend.

Zum Gegenbeweis ein anderes Setting mit geänderter IP und anderem Namen (“Test Neu” statt “Virtual 2Port Node” und IP “2.1.1.23” statt “2.1.1.15”), sowie veränderter Konfiguration der Ports.

Wenn man die Funktion in der Software deaktiviert, also den virtuellen 2Port Node ‘ausschaltet’, zeigt auch die GrandMa das entsprechend an. Der Indikator in der Software leuchtet nicht mehr grün, das indiziert den Zustand ‘Aus’.

That’s it. Das Programm ist vor ungefähr 15 Jahren entstanden, weil ich damals einfach wissen wollte, ob ich mit meiner Vermutung, wie das Lizenzmanagement implementiert ist, richtig lag. Und weil ich damals auch zuviel Zeit hatte, wurde es halt ein bisschen ordentlicher. Und weil ich bei sowas erstmal immer neugierig bin, habe ich mich eben noch etwas weiter damit beschäftigt. Der eigentliche Hack, bzw der dahinterliegende Erkenntnisgewinn war so trivial, dass aber auch einfach noch Zeit übrig war.

Wenn man keine Lust auf Software hat, kann man auch einen Arduino mit Ethernet Shield nehmen und einen 2Port Node quasi nachbauen. Bedeutet: Das Bild zeigt einen Artnet-auf-DMX-Konverter auf Arduino-Basis, der zusätzlich so tut, als wär er ein 2Port Node und damit die Ausgabe von DMX-Daten bei GrandMA onPC freischaltet.  Der ist dann nicht ganz so variabel, aber ein schwarzes Kästchen mit Kabeln dran macht ja immer ordentlich was her. Man kann das anhand der Fotos bereits erahnen: Seit dem Bau dieses Teils sind ein paar Jahre ins Land gezogen. Der Kasten existiert so nicht mehr. Die Teile wurden mittlerweile für sinnvolle Projekte verwendet.

    

Das Konstrukt verfügt natürlich auch nicht über die Robustheit eines Echten 2Port Nodes. Die Ausgabe von DMX Daten selbst macht man am besten über verlässliche Hardware. Einen gekauften 2Port Node, z.B., der erspart einem auch gleich das moralische und rechtliche Dilemma, in das man sich da manövriert hat.

Das Kritische an dieser Nummer ist, dass dieser Hack eben das komplette damalige Lizenzmanagement ausgehebelt hat. Es handelt sich hier nicht um eine gecrackte Version von gmaOnpc.exe, sondern um die Emulation des Lizenz-Teils eines 2PortNodes (1. Version). Bedeutet: GrandMa onPC downloaden, installieren, fertig.  Das ist relativ bitter.

Im Detail wird’s noch ein bisschen ärger: Die offiziellen 2Port Nodes gab es in zwei Varianten: Freischaltung für 512 (Preis: ~1000€) und 1024 Parameter. Letzterer kostete neu dann etwa 2000€. Ich hab’ ein wenig herumgespielt und konnte bei einer GrandMa onPC Version 6.808 bis zu 3584 Parameter freischalten. Das entspräche 3 ‘großen’ 2Port Nodes und einem ‘kleinen’. Anbei eine Galerie mit Screenshots für verschiedene Anzahlen freigeschalteter Parameter:

        

Falls die Software über irgendwelche Umwege auf den Rechnern von anderen Leuten landet, können die aufgrund des Kopierschutzes erstmal nichts damit machen. Wer soviel Energie aufwendet, das Teil dann trotzdem zum Laufen zu bringen, dem attestiere ich hier eine boshafte Absicht – der hätte sich auch anders den Weg zu einer funktionierenden GrandMA onPC verschafft und macht das nicht, weil ich ein Stück Software programmiert habe. Darüberhinaus habe ich damals schon eine rudimentäre Mail-Engine eingebaut: Sollte wider Erwarten irgendwo auf der Welt eine Instanz davon zum Einsatz kommen, bekomme ich eine Mail mit dem Rechnernamen, der IP, dem angemeldeten Benutzer, Screenshot vom Desktop etc., etc. . Man kann ja nie wissen.

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